Ahorn – Pilzinfektion geht von altem Laub aus

Pilz färbt bunte Herbstblätter schwarz -Teerfleckenkrankheit auf sächsischen Ahornbäumen weit verbreitet – Pilzinfektion geht von altem Laub aus

Von Kay Meister

Zur Winterzeit haben die Bäume in Wald, Park und Garten ihr herbstlich gefärbtes Laub verloren. Besonders leuchtende Farben zeigten im letzten Jahr wieder verschiedenen Ahornarten. Mit dem Spitz-, Berg- und Feldahorn sind lediglich drei der ca. 150 weltweit bekannten Arten im Erzgebirge heimisch, einige weitere werden jedoch verbreitet kultiviert. Das Holz der Bäume zählt zu den wertvollsten der Edellaubgehölze und kommt vor allem im Möbelbau zum Einsatz. Besonders seine Anspruchslosigkeit und die intensive Herbstfärbung machen den Ahorn bei Gärtnern, Gartengestaltern und Züchtern beliebt.

Jedoch trüben vielerorts schwärzlich glänzende Flecken, mitunter in großer Zahl auf den lebenden Blättern zu finden, die Farbenpracht des Baumes. Sie können Durchmesser von bis zu zwei Zentimetern erreichen und dominieren dann den Anblick des Blattes. Diese Ahornrunzelschorf oder auch Teerfleckenkrankheit genannten Symptome werden durch eine Pilzinfektion hervorgerufen. Verursacher ist ein sogenannter Schlauchpilz, der beispielsweise auch auf Weidenbäumen parasitieren kann. Die Infektion erfolgt im Erzgebirge schon im zeitigen Frühjahr, wobei aus den sich aufwölbenden Flecken liegengebliebener Blätter vom Vorjahr in Schüben große Mengen Pilz-Sporen abgegeben und über den Wind oder Regentropfen verbreitet werden. Als günstig erweisen sich dabei Wechsel zwischen feuchten und trockenen Witterungsbedingungen. Nötig für einen erfolgreichen Befall der jungen Ahornblätter ist zudem ein Wasserfilm auf der Blattunterseite, von welcher aus der Pilz in das lebende Gewebe, vermutlich über die Spaltöffnungen, eindringt. Bald darauf sind erste Symptome, gelbgrünliche Flecken, auf den Blättern erkennbar. Die Anzahl der entstehenden „Teerflecken“ hängt somit vom Infektionserfolg der Sporen ab. Besonders im Fall des am stärksten betroffenen Spitzahorns kann ein erheblicher Teil des Laubes betroffen sein. Dies führt unter Umständen dann zu vorzeitigem Blattfall und zu Energieeinbußen für den Baum. In der Regel jedoch zeigt der Ahornrunzelschorf keine negativen Auswirkungen auf seinen Wirtsbaum und muß dementsprechend auch nicht bekämpft werden. Wenn die optische Beeinträchtigung der Blätter stört, kann eine Reduktion der Infektion durch Laubentfernung im Herbst erreicht werden. Da die Pilzsporen am alten Laub im Frühjahr entstehen, ist eine Bekämpfung im Sommer ohnehin nicht sinnvoll. Auf Spritzungen kann verzichtet werden.

Das verstärkte Auftreten der Erkrankung seit einigen Jahren, wird oft mit der Empfindlichkeit des Pilzes Luftschadstoffen, insbesondere Schwefeldioxid gegenüber erklärt. Die Luftbelastung um Marienberg durch diesen Schadstoff zeigt einen deutlich rückläufigen Trend. Die Eignung des Pilzes als Indikator belasteter Luft ist jedoch nicht unumstritten. So kann der ausbleibende Befall der Ahornbäume im Innern der Städte auch weniger durch die schlechtere Luftqualität dort als vielmehr durch die Straßenreinigung begründet werden.

 

 

 

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